von Jonathan Bilgeri
Am 02.03.2026 lud die Ars Iuris ihre Fellows bereits zum zweiten Jour fixe des Jahres. Dieser fand im Justizministerium mit der Hausherrin, der Bundesministerin für Justiz, Dr.in Anna Sporrer, statt. Im kleinen Festsaal des Palais Trautson wurden wir von der Ministerin begrüßt und es wurden uns zugleich die wichtigsten Fakten zum von Johann Leopold Graf Trautson erbauten Barockpalais präsentiert. Anschließend sprachen Silke Schusser und Paulina Rundel mit Frau Dr.in Sporrer über ihre Erfahrungen in der Ausbildung, ihren Bezug zum juristischen Studium und dem Verfassen einer Dissertation sowie ihre zahlreichen beachtlichen beruflichen Stationen.
Das vom Rechtskundeunterricht in der HTL für Textilindustrie geweckte Interesse an der Juristerei führte Sporrer zum Jusstudium ans Juridicum. Direkt anschließend folgten das Doktoratsstudium und eine Dissertation zum Thema „Gleichberechtigung und Gleichheitsgrundsatz – Gleichbehandlung von Frauenförderung aus Sicht des Verfassungs- und Europarechtes“. Während des Doktoratsstudiums war sie zudem als wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Verfassungsgerichtshof tätig. Vom Alltagssexismus der 1980er-Jahre im Studium geprägt, dem sie bereits als Studentin entschieden entgegentrat, war ihr das Vorantreiben der Geschlechtergleichbehandlung stets ein besonderes Anliegen. Ihr Karriereweg führte sie zunächst als juristische Referentin der Bundesministerin, später als rechtskundige Referentin im Verfassungsdienst ins Bundeskanzleramt. Überdies war sie als Vorsitzende der Gleichbehandlungskommission tätig. Mit Anfang vierzig entschied sich Sporrer für einen Perspektivenwechsel, wechselte in die Anwaltei und absolvierte die Rechtsanwaltsprüfung. Nach dieser verzichtete sie jedoch auf die Ausübung der Rechtsanwaltschaft, um als Bereichsleiterin und stellvertretende Sektionsleiterin im Verfassungsdienst des Bundeskanzleramts und anschließend als Büroleiterin von Frau Bundesministerin Heinisch-Hosek wieder in den öffentlichen Dienst zurückzukehren. Diesem blieb sie auch erhalten und wurde schließlich 2014 zur Vizepräsidentin des Bundesveraltungsgerichtshofs ernannt, dem sie bis zu ihrem Wechsel in die Bundesregierung im letzten Jahr angehörte.
Aus dieser Vielfalt an Stationen der Ministerin erhielten wir zahlreiche spannende Eindrücke aus verschiedenen Maschinenräumen der Republik. In Bezug auf ihre eigenen Erfahrungen mit einem Doktoratsstudium hob sie den Reiz hervor, einmal ein Thema von A bis Z zu durchdringen und die Erkenntnisse mit einer Dissertation in Buchform festzuhalten. Zudem lobte sie das Konzept der Ars Iuris und hob die Wichtigkeit hervor, sich in solchen anspruchsvollen Situationen untereinander zu vernetzen.
Wir bedanken uns bei Frau Bundesministerin Dr.in Anna Sporrer für den freundlichen Empfang im Ministerium und das Gespräch sowie bei allen Anwesenden für ihre Teilnahme.
