Auch dieses Jahr fand wieder das jährliche Ars Iuris Retreat in Strobl statt. Am Campus des bifeb direkt am wunderschönen Wolfgangsee hatten unsere Fellows die Gelegenheit an einem Socratics Seminar and daran anschließend auch an dem von der Sommerhochschule organisierten Sommerdiskurs teilzunehmen. Neben diesem akademischen Programm, blieb auch noch Zeit sich untereinander besser kennenzulernen und Strobl und die umliegenden Gemeinden zu erkunden.

Welcome back in Strobl!


Strobl Retreat - Impressions

Unsere Fellows Melani Dumancic und Alexander Zimmel berichten hier von ihren Erfahrungen an den ersten zwei Tagen in Strobl. Zu Beginn der Woche fanden die Socratics Sessions für die Ars Iuris Fellows statt, wo gemeinsam eingereichte Textbeiträge diskutiert wurden und den Autor:innen die Gelegenheit gab, von ihren Kolleg:innen und den anwesenden Professor:innen Feedback einzuholen.

Die restliche Woche nahmen unsere Fellows am Sommerdiskurs teil, der jährlich von der Sommerhochschule organisiert wird und dieses Jahr unter dem Überthema "Gefährdete Sicherheit - Security and the Defense of European Values" stand.

Die Berichte unserer Fellows zum Sommerdiskurs sind hier verfügbar.

Tag 1

Strobl Socratics Tag 1

Montag, 28. Juli 2025

von Melani Dumancic


Nach einer gemütlichen Anreise und geselligem Auftakt beim Abendessen in der Pizzeria Carl-Zone in Strobl startete das Sommerprogramm 2025 der Ars Iuris im BIFEB am Wolfgangsee mit einer zweitägigen Socratics-Session. Aufgrund der großen Anzahl zu besprechender Texte wurden die Teilnehmer:innen am ersten Tag in zwei Gruppen aufgeteilt.

Geleitet wurden die Sessions an beiden Tagen von Univ.-Prof. Dr. Iris Eisenberger, M.Sc. (LSE), Univ.-Prof. MMag. Dr. Michaela Windisch-Graetz, Univ.-Prof. Dr. Michael Lysander Fremuth und Univ.-Prof. Dr. Franz-Stefan Meissel. Am ersten Referatstag ergänzte Soziologin und Juristin Prof. Bo-Mi Choi, BA, PhD, von der Harvard University das Team der Professor:innen. Die Professor:innen wechselten je nach Interessen- und Forschungsgebiet die Gruppen. So konnten die Fellows in effizienter Weise von ihrer umfangreichen und breitgefächerten Expertise profitieren.

In den Socratics-Sessions geben sich die Fellows der Ars Iuris gegenseitig Feedback zu von ihnen verfassten Texten. Nach einer kurzen Zusammenfassung des Textinhalts durch eine Referent:in geben zu jedem Text zumindest drei Referent:innen ein kurzes Feedback. Im Anschluss können alle Fellows Anmerkungen machen. Abgerundet wird das Feedback durch die Professor:innen und ein kurzes Statement der Textverfasser:in.

Sowohl die Textsorten als auch die Inhalte variieren immer stark. Eingereicht werden Auszüge aus der Dissertation, Exposés oder sonstige Publikationen. Von Rechtsfragen rund um den Einsatz Künstlicher Intelligenz, über das klassische Zivilrecht bis hin zum Steuer- und Öffentlichen Recht war alles dabei. Feedback geben kann man auch außerhalb des eigenen Forschungsbereichs – zumindest hinsichtlich der Sprache und Verständlichkeit. So ist bereits die Verständlichkeit des Texts für fachfremde Personen eine wertvolle Rückmeldung in sich. Die Texte und insbesondere die rechtlichen Argumente werden auch inhaltlich auf ihre Schlüssigkeit und Überzeugungskraft geprüft. Trotz Regen und grauem Himmel – oder gerade deshalb – wurde am ersten Tag der Socratics-Session intensiv bis zum Abendessen diskutiert.

 

In Gruppe 1 wurden folgende Texte in chronologischer Reihenfolge besprochen:

  • Marktabgrenzung im österreichischen Stromsektor (Dumancic)
  • EU-Plattformregulierung und Erwachsenenunterhaltung: Reicht der bestehende Schutz für Minderjährige, Persönlichkeitsrechte und gegen Deepfakes aus? (Marek)
  • Deepfakes – Eine Untersuchung aus urheber-, datenschutz- und persönlichkeitsrechtlicher Sicht (Salnikow)
  • Remedies of rightsholders against unlawful use of protected subject matter for AI Training (Korab)
  • Transparency Requirements for AI Systems: Communication of Information (Wagner)
  • Gelöbnisfähigkeit als (ungeschriebene) Voraussetzung für das passive Wahlrecht? – Rumänien und Österreich im Rechtsvergleich (Schimek)

Gruppe 2 diskutierte folgende Texte:

  • Missbrauchsverantwortung im Umsatzsteuerrecht (Schabert)
  • Vorsteueraufteilungsschlüssel bei nichtwirtschaftlicher Tätigkeit (Schartmüller)
  • Verfahren um jeden Preis? – Die Kostentragung im arbeitsrechtlichen Verfahren wegen motivbedingter Kündigung (Schnabl)
  • Transmission an den Bund (Bilgeri)
  • Das Schuldanerkenntnis nach § 1396 S 2 ABGB (Weiss)
  • Subjektives Erbrecht und Erbrechtsnachweis als Einantwortungsvoraussetzungen (Oppolzer)
  • Haftungsregime der Stimmrechtsberater (Yilmaz)

Tag 2

Strobl Socratics Tag 2

Dienstag, 29. Juli 2025

von Alexander Zimmel


Nach einem intensiven ersten Seminartag wurden in der zweiten Session des „Socratics"-Seminars die beiden Gruppen zusammengelegt. Statt in den gemütlichen Seminarräumen des Seehauses versammelten sich alle 28 Teilnehmenden im größeren Bürglhaus. Wie schon am Vortag standen auch am Dienstag die eingereichten Texte der Doktorand*innen im Mittelpunkt. In Präsentationen, Analysen und Diskussionen setzten sich Fellows und Professor*innen engagiert mit den eingereichten Arbeiten auseinander und nutzten die Gelegenheit für konstruktives Feedback.

Da der erste Seminartag besonders produktiv verlief, blieben für Dienstag noch sechs Texte übrig, die es zu diskutieren galt. Inhaltlich deckten diese Beiträge ein breites und anspruchsvolles Spektrum ab – vom Medizin- und Steuerrecht über feministisches Recht bis hin zum Wahl- und Eigentumsrecht.

Die Moderation übernahmen abwechselnd Univ.- Prof.in Dr. in Iris Eisenberger, M.Sc. (LSE), Univ.-Prof.in Dr.in MMag.a Michaela Windisch-Graetz, Univ.-Prof. Dr. Franz-Stefan Meissel und Univ.-Prof. Dr. Michael Lysander Fremuth. Jeder Text wurde nach dem bewährten Schema behandelt: ein ausführliches Hauptreferat eines Fellows, zwei Kurzreferate mit ergänzenden Perspektiven und schließlich eine offene Diskussionsrunde mit Beiträgen aus dem Plenum. Den Abschluss bildeten Rückmeldungen der Professor*innen, die sich zu jedem Beitrag engagiert und kritisch äußerten. Nach jedem Text folgte eine kurze Pause, um das Gehörte nachwirken zu lassen und Raum für informellen Austausch zu schaffen.

 

Insgesamt wurden am zweiten Tag des „Socratics"-Seminars die folgenden Texte in chronologischer Reihenfolge diskutiert:

  • Sterbeverfügung und Präklinik: Zum Umgang mit der Sterbeverfügung im Rettungs- und Notarztwesen (Seller)
  • Eligibility to Vote and the Prohibition of Multiple Voting in EU Elections with a Focus on Dual or Multiple EU Nationals (Tomus)
  • Der Teilwert von Beteiligungen – eine Tatfrage im beweistheoretischen Spannungsfeld (Sundström)
  • Der Beseitigungsanspruch des Grundeigentümers (Brunner)
  • Carbon Leakage, Climate Justice and the WTO: The case of the EU CBAM (Huber)
  • A Legal Perspective on the (Mis)use of Data on Femtech Apps and Devices (Kwiatkowska)

Nach dem anspruchsvollen Seminartag machten sich alle Teilnehmenden gemeinsam zu Fuß auf den Weg zum Gasthaus Weißenbach. Der kurze Spaziergang entlang des Wolfgangsees bot Gelegenheit für entspannte Gespräche abseits des Seminarraums. Im Gasthaus erwartete die Teilnehmenden ein gemütlicher Abend mit regionaler Küche, der in lebhafter Atmosphäre den inhaltlich dichten Tag abrundete und den Zusammenhalt unter den Fellows weiter stärkte.

Eindrücke aus den Socratics Sessions


Damit endet die Socratics Session in Strobl 2025!
Wir hoffen, dass alle Teilnehmenden hilfreiches Feedback bekommen haben und dass alle – trotz des schlechten Wetters – eine schöne Zeit im Salzkammergut hatten. Wir freuen uns schon auf das nächste Ars Iuris Retreat und natürlich besonders auf das nächste Retreat in Strobl kommenden Sommer!

Wir wünschen allen Teilnehmer:innen noch einen schönen restlichen Sommer!

Liebe Grüße
Das Ars Iuris Team