Auch heuer führte das jährliche Ars Iuris Retreat wieder nach Strobl. Auf dem Campus des bifeb, unmittelbar am malerischen Wolfgangsee gelegen, konnten unsere Fellows zunächst an einem Socratic Seminar und im Anschluss daran am Sommerdiskurs der Sommerhochschule teilnehmen. Abseits des akademischen Programms bot sich zudem Gelegenheit, einander besser kennenzulernen sowie Strobl und die umliegenden Orte zu entdecken.
Welcome back to Strobl!
Strobl Retreat - Impressions
Unsere Fellows Roberto Schille und Jasmin Randa berichten hier von ihren Erfahrungen an den ersten zwei Tagen in Strobl. Zu Beginn der Woche fanden die Socratics Sessions für die Ars Iuris Fellows statt, wo gemeinsam eingereichte Textbeiträge diskutiert wurden und den Autor:innen die Gelegenheit gab, von ihren Kolleg:innen und den anwesenden Professor:innen Feedback einzuholen.
Die restliche Woche nahmen unsere Fellows am Sommerdiskurs teil, der jährlich von der Sommerhochschule organisiert wird.
Die Berichte unserer Fellows zum Sommerdiskurs sind hier verfügbar.
Gruppe 1
Strobl Socratics Gruppe 1
Montag, 27. Juli 2026
von Roberto Schille
die zweitägigen Socratics Mit einem gemeinsamen Mittagessen zum Kennenlernen und zur Stärkung aller Fellows begannen -Sessions 2026 am idyllischen Wolfgangsee auf dem Campus des BIFEB. Da sich die Socratics am Wolfgangsee wie in den vergangenen Jahren großer Beliebtheit unter den Fellows erfreuten, wurden für die diesjährigen Sessions zwei Gruppen gebildet. Es folgt der Bericht der Gruppe 1.
Die aus 17 Fellows bestehende Gruppe 1 nutzte für ihre Sessions das Kaminzimmer im Seehaus des BIFEB. Dem wohlüberlegten und bewährten Konzept der Socratics folgend, wurden die eingereichten Texte zunächst im Rahmen eines Hauptreferats präsentiert, konstruktiv kritisiert und in ihren Stärken gewürdigt. Anschließend folgten zwei Nebenreferate mit weiterem positivem und kritischem Feedback zum jeweiligen Text, an die sich eine Diskussion im Plenum anschloss. Zum Abschluss erhielten die jeweiligen Autorinnen wertvolles Feedback der Professor*innen, bevor sie selbst zu den Anmerkungen Stellung nehmen konnten. Diesem Format folgend diskutierte Gruppe 1 insgesamt neun Texte, die thematisch stark variierten und von systemischen Cyberrisiken über die ägyptischen Mixed Courts bis hin zu Widerrufsmöglichkeiten von Schenkungen im Falle einer Scheidung reichten. Um das Gehörte reflektieren zu können und neue Kraft für die weiteren Texte zu schöpfen, wurden regelmäßig Pausen eingelegt, in denen das soeben Besprochene rege weiterdiskutiert wurde.
Um der thematischen Pluralität der eingereichten Texte in den beiden Gruppen gerecht zu werden, fanden die einzelnen Sessions in diesem Jahr unter wechselnder Leitung von Univ.-Prof. Dr. Iris Eisenberger, M.Sc. (LSE), Univ.-Prof. MMag. Dr. Michaela Windisch-Graetz, Assoz.-Prof. Priv.-Doz. Dr. Stephanie Nitsch sowie dem Studienprogrammleiter für das Doktorat, Univ.-Prof. Dr. Franz-Stefan Meissel, statt. Dank dieses Rotationsprinzips konnte jede*r Fellow für den eingereichten Text von der breit gefächerten Expertise der Professor*innen optimal profitieren.
Folgende Texte wurden in chronologischer Reihenfolge diskutiert:
Session 1
Leitung: Assoz. Prof. Priv.-Doz. Dr. Stephanie Nitsch und Univ.-Prof. Dr. Franz-Stefan Meissel
• Zur Wiederaufnahme des Verfahrens: Die neue Tatsache (Sundström)
• Widerrufsmöglichkeiten von Schenkungen im Fall der Scheidung (Rumesberger)
• Anwendbare Ausnahmebestimmungen beim Eingriff von Deepfakes in Leistungsschutzrechte (Salnikow)
Session 2
Leitung: Univ.-Prof. Dr. Iris Eisenberger, M.Sc. (LSE) und Univ.-Prof. MMag. Dr. Michaela Windisch-Graetz
• Anfechtungslegitimation im Wahlrecht – Legitimation zur Anfechtung gemäß Art. 141 B VG beim Verfassungsgerichtshof (Friedrich)
• Systemische Cyberrisiken und ihre rechtliche Bewältigung (Ness)
• Digitale Souveränität und smarte Resilienz in der EU – Datensouveränität als Schlüssel zur Überwindung externer Abhängigkeiten (Marek)
• Compulsory Voting and Non-Effective National Implementation: Compounding Factors Further Aggravating Non-Enforcement of the Prohibition of Multiple Voting in EU Elections by Dual and Multiple EU Citizens (Tomus)
Session 3
Leitung: Univ.-Prof. Dr. Iris Eisenberger, M.Sc. (LSE) und Univ.-Prof. Dr. Franz-Stefan Meissel
• “Enemy Subjects” before the Egyptian Mixed Courts: Legal Protections, Political Pressures, and the Limits of Neutrality (Nasr)
• Muss der Bund erblose Verlassenschaften aufgrund des Aneignungsrechts des § 750 ABGB übernehmen? (Bilgeri)
Den Schlusspunkt der diesjährigen Socratics bildete ein gemeinsamer Spaziergang samt Abendessen zum Gasthaus Weissenbach, bei dem die gemütliche Atmosphäre und das gute Essen die perfekte Gelegenheit zu einem entspannten und gelungenen Ausklang boten.
Gruppe 2
Strobl Socratics Gruppe 2
Dienstag, 28. Juli 2025
von Jasmin Randa
Nach einer gemütlichen Anreise und geselligem Auftakt beim Abendessen in der Pizzeria Carl-Zone in Strobl startete das Sommerprogramm 2026 der Ars Iuris Montag nach dem Mittagessen im BIFEB am Wolfgangsee mit einer zweitägigen Socratics-Session. Aufgrund der großen Anzahl zu besprechender Texte wurden die Teilnehmer:innen in zwei Gruppen aufgeteilt. Die Socratics-Sessions wurden allesamt im gemütlichen Seehaus abgehalten, auf dessen Terrasse beide Gruppen bei einer gemeinsamen Kaffeepause den Blick auf den Wolfgangsee genießen konnten.
Geleitet wurden die Sessions an beiden Tagen von Univ.-Prof. Dr. Iris Eisenberger, M.Sc. (LSE), Univ.-Prof. MMag. Dr. Michaela Windisch-Graetz, Univ.-Prof. Dr. Franz-Stefan Meissel und Ass.-Prof. Priv.-Doz. Dr. Stephanie Nitsch. Am zweiten Referatstag ergänzte Hon.-Prof. Dr. Irene Faber, Hofrätin des OGH, das Team der Professor:innen. Die Professor:innen wechselten je nach Interessen- und Forschungsgebiet die Gruppen. So konnten die Fellows in effizienter Weise von ihrer umfangreichen und breitgefächerten Expertise profitieren.
In den Socratics-Sessions geben sich die Fellows der Ars Iuris gegenseitig Feedback zu von ihnen verfassten Texten. Der oder die Hauptreferent:in fasst hierzu den Textinhalt kurz zusammen und gibt dann sowohl inhaltliches als auch sprachliches Feedback. Anschließend erfolgt ein kurzes Feedback zweier Nebenreferent:innen und haben alle Fellows die Möglichkeit, Anmerkungen zu machen. Abgerundet wird das Feedback durch die Professor:innen und ein kurzes Statement des oder der Textverfasser:in.
Sowohl die Textsorten als auch die Inhalte variieren immer stark. Eingereicht werden Auszüge aus der Dissertation, Exposés oder sonstige Publikationen. Die Themen reichten vom Einsatz Künstlicher Intelligenz und Datenschutz über das klassische Zivil- und Zivilverfahrensrecht bis hin zum Unternehmensrecht. Die Möglichkeit Feeback zu geben beschränkt sich dabei nicht auf den eigenen Forschungsbereich, sondern kann sich jede:r Teilnehmer:in hinsichtlich Verständlichkeit und Sprache einbringen. So ist bereits die Verständlichkeit des Texts für fachfremde Personen eine wertvolle Rückmeldung in sich. Die Texte und rechtlichen Argumente werden auch inhaltlich auf ihre Schlüssigkeit und Überzeugungskraft geprüft.
Am ersten Seminartag wurden drei und am zweiten Seminartag, der in eine Vormittags- und Nachmittagssession eingeteilt war, sechs Texte diskutiert.
In Gruppe 2 wurden folgende Texte in chronologischer Reihenfolge besprochen:
• Transparency Obligations for AI Products for Children: Transparency as a Multifaceted Concept (Hochreiter-Wagner)
• Data Protection Law Has a Gender Problem: How Femtech Exposes the GDPR's Androcentrism (Kwiatkowska)
• Die Definition des Begriffs "Deepfake" in Art 3 Nr 60 KI-VO (Lotz)
• Die (wechselseitige) Anerkennung des Erbrechts gemäß § 160 AußStrG (Oppolzer)
• Die dogmatische Einordnung von § 725 Abs 1 ABGB (Ruhs)
• Das Verbot von "alten" Indexklauseln (Ramharter)
• Die Reichweite der Haftungsreduktion nach § 25d KSchG (Kircher)
• Analoge Anwendung des § 237 AktG auf die GmbH (Hasenauer)
• Zur Vertretung der AG bei Rechtsgeschäften mit Vorstandsmitgliedern nach deutschem und österreichischem Recht (Silaghi)
Eindrücke aus den Socratics-Sessions
Damit endet die Socratics Session in Strobl 2026!
Wir hoffen, dass alle Teilnehmenden hilfreiches Feedback bekommen haben und bei dem traumhaften Wetter auch sonst eine schöne Zeit im Salzkammergut hatten. Wir freuen uns schon auf das nächste Ars Iuris Retreat und natürlich besonders auf das nächste Retreat in Strobl kommenden Sommer!
Wir wünschen allen Teilnehmer:innen noch einen schönen restlichen Sommer!
Liebe Grüße
Das Ars Iuris Team
